06.06.2013
Sprungwurf gegen Fallrückzieher
Am 15. Juni um 14:00 Uhr fordern die 3. Liga Fussballer des FC Möhlin-Riburg/ACLI die NLB-Handballer des TV Möhlin im Fussball zum im Dorf-Derby heraus. Wo die Vorteile des jeweiligen Teams liegen und welche Bedeutung das Aufeinandertreffen für die beiden grossen Möhliner Vereine hat, wissen Trainer, Spieler und Präsidenten.
In Möhlin blüht die Vereinskultur. Rund 120 Vereine bereichern das Dorfleben mit ihrem sportlichen und kulturellen Angebot. Die Gemeinde bietet sich als Bindeglied an und unterstützt bewusst. Als eine der wenigen Ortschaften in der Region müssen insbesondere die gemeinnützigen Sportvereine in Möhlin nämlich keine Miete für ihre Lokalitäten zahlen. Neben dem Radball, Schwingen, Tennis, Volleyball und dem Wasserfahren zählen auch die Fussballer des FC Möhlin Riburg/ACLI und die Handballer des TV Möhlin zu den grösseren und traditionsreichen Vereinen im Dorf. Sowohl der FC Möhlin Riburg/ACLI als auch der TV Möhlin blicken ganz gemäss dem Gemeindemotto „Möhlin bewegt“ auf zwei bewegte Jahre zurück.
Nach einer atemberaubenden Saison ist es dem TV Möhlin nach dem Wiederaufstieg in die NLB gelungen, sich auf dem fünften der vierzehn Tabellenplätze zu etablieren. Auch beim FC Möhlin-Riburg/ACLI ist man von der vierten in die dritte Liga aufgestiegen und konnte sich dort festigen. Nun spannen die beiden Vereine zusammen und lassen am 15. Juni die alte Tradition des Möhliner Dorf-Derbys wieder aufleben. Dabei treten die beiden ersten Mannschaften als Aushängeschilder ihres Vereins im Fussball gegeneinander an.
Obschon die Fussballer bei der gewählten Sportart eigentlich im Vorteil sein müssten sieht FC-Trainer Giuseppe Oliva sein Team nicht automatisch in der Favoritenrolle: „Bereits vor zwei Jahren haben uns die Handballer richtig unter Druck gesetzt. Wir hatten zu beissen und konnten nur ein 2:2 herausschlagen.“ Gegenüber der handballerischen Härte will der FC mit seinem ausgefeilten fussballerischen Geschick punkten, wie der dienstälteste Routinier beim FC, Felice Passaro, vermutet: „Spielerisch und technisch können wir vielleicht etwas mehr zeigen.“
Beim höherklassierten TV Möhlin akzeptiert man die Favoritenrolle jedoch auch nicht kommentarlos. Gemäss dem abtretenden Kapitän Premtim Zeqaj sei es zwar bekannt, dass die Handballer zum Aufwärmen gerne mal mit den Füssen auf den Ball eintreten, dies sei jedoch immer weniger der Fall und schon etwas anderes: „Bei unserem Fussball in der Halle geht es oftmals wild durcheinander. Auf dem grösseren Rasen muss jeder zuerst mal seine Position finden und halten können.“ TV Möhlin Trainer Wolfgang Böhme sieht aber auch die Ähnlichkeiten der beiden Sportarten: „Sowohl im Handball wie auch im Fussball liegt der Schlüssel zum Erfolg im Spiel ohne Ball.“ Dort habe sein Team auf Grund des höheren Trainingsrhythmus in der NLB konditionell und athletisch wahrscheinlich Vorteile. In erster Linie gehe es aber darum, zusammen Spass zu haben.
Das sehen auch die beiden Präsidenten der Vereine im Hinblick auf das Aufeinandertreffen so. Man freue sich auf das Spiel. Rivalitäten gebe es eigentlich keine, betont Thomas Metzger, Präsident des FC Möhlin Riburg/ACLI: „Eigentlich sollte man mehr zusammen machen. Warum sollen wir die tolle Gemeinschaft innerhalb der Vereine nicht auch zwischen den Vereinen pflegen?“ Sein Gegenüber, Peter Stalder vom TV Möhlin ergänzt: „Natürlich ist es hochemotional, wenn zwei so wichtige Vereine im Dorf aufeinandertreffen. Aber es ist auch witzig, wenn die Handballer plötzlich Fussball spielen. Eine hochspannende Angelegenheit.“
Zu dieser weiteren, mit einer Festwirtschaft umrandeten Attraktion in Möhlin, tragen die beiden Vereine mit ihrer Zusammenarbeit einmal mehr bei. Ob sich die Fussballer mit ihrer Technik oder die Handballer mit ihrer Laufbereitschaft durchsetzten können, kann ab 14:00 Uhr live im lebhaften Möhliner Sportzentrum Steinli mitverfolgt werden.