08.11.2013
TV Möhlin erreicht Achtelfinal im Schweizer Cup
Die NLB-Handballer des TV Möhlin bezwangen am Mittwoch Abend die Mannschaft von GC Amicitia Zürich mit 34:33 (15:19) und ziehen somit in das Achtelfinal des Schweizer Cups ein. In einer heiss umkämpften Partie setzten sich die Möhliner gegen den Favoriten aus der NLA nach Verlängerung durch.
Nach zwei gewonnen Spielen in Folge reiste der sechstplatzierte der NLA sicherlich erwartungsvoll und mit gestärktem Selbstvertrauen nach Möhlin. Schliesslich hatten die Zürcher im letzten Ligaspiel vor knapp zwei Wochen den damaligen NLA Leader Pfadi Winterthur mit 31:28 geschlagen. Die Möhliner ihrerseits zeigten nach einem schwachen Saisonbeginn durchaus positive Tendezen im letzten Heimspiel gegen den TV Endingen, verloren dieses dennoch deutlich mit 25:32. Trotz dieser Leitungssteigerung, rechneten wohl die wenigsten Zuschauer damit, dass der TV Möhlin die Begegnung mit GC Amicicia Zürich für sich entscheiden würde.
Möhlin leistet sehr gute Arbeit in der Verteidigung.
Die Aargauer erwischten, unbeirrt von der Vorgeschichte, einen überraschend guten Start und führten bereits nach sechs Minuten mit 5:2. In der Folge entwickelte sich ein schön anzusehendes Spiel mit abwechselnd starken Würfen aus dem Rückraum, Kreisanspielen und Torhüterparaden, allerdings auch mit technischen Fehlern und Fehlwürfen auf beiden Seiten. Die Zürcher fanden zunehmend besser ins Spiel und glichen nach einer Viertelstunde per 7-Meter durch Goran Bogunovic zum 9:9 aus. Nach einem weiteren Fehlwurf der Möhliner und einer Zeitsrafe gegen Maurice Meier gingen die Gäste nach 20 Minuten schliesslich erstmals in Führung bei einem Spielstand von 11:12. Trotz zwei Team-Timeouts des Möhliner Trainers Joachim Spross (22‘) und (25‘) schienen die NLA-Handballer aus Zürich die Partie nun in den Griff zu kriegen und dominierten die Fricktaler in dieser Phase vor der Pause. Zwischenzeitlich geriet das Heimteam zwar mit sechs Toren in Rückstand (12:18), reduzierte den Rückstand aber wieder auf vier Tore zur Pause (15:19).
In den ersten Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff erhielt die Mannschaft von GC Amicitia Zürich den Vorsprung von vier Toren aufrecht. Die Möhliner zeigten sich nun aber kämpferisch und arbeiteten sich Schritt für Schritt in die Partie zurück, bis schliesslich nach 53 Minuten die Chance zum Ausgleich bestand (26:27). Die Möhliner entwickelten nun vermehrt Zug aufs Tor und liessen ihre Klasse aufblitzen. Hinzu kamen Torhüterparaden und Tormann Alain Wenger, welcher dem Zürcher Topskorer Goran Bogunovic nach 48 Minuten bereits den zweiten Fehlwurf vom 7-Meter-Punkt abrang. In erster Linie ist diese Aufholjagd auf eine kompromisslose und konzentrierte Deckungasabreit der Fricktaler zurückzuführen. Auch der Zürcher Kreisläufer wurde nun besser abgeschirmt als zu Beginn der zweiten Halbzeit. Es gelang dem Heimteam so wiederholt, die NLA-Mannschaft über mehrere Angriffe hinweg am Abschluss zu hindern. In den letzten zehn Minuten wurde den 300 Zuschauern in der Steinlihalle einiges an Spektakel geboten. Die Möhliner schafften es zunächst trotz mehrfacher Gelegenheit nicht, den Ausgleichstreffer zum 27:27 zu erzielen, da man gleich zweimal an Aurel Bringolf im Tor von GC Amicitia scheiterte. Die NLA-Handballer von Arno Ehret setzten sich im Gegenzug wieder ab und führten nach 56 Minuten scheinbar uneinholbar mit 26:30. Das nun von Spross eingereichte Team-Timeout kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Obwohl das Spiel schon verloren geglaubt war, gelang es dem TV Möhlin in den verbleibenden vier Minuten die turbulente Partie mit einem erneuten Kraftakt auszugleichen. Sandro Strübin erzielte nur 45 Sekunden vor Schluss das 30:31 und als in einem Gegenstoss, nach einer weiteren Parade von Michael Vogel, nur zehn Sekunden vor Schluss auf 7-Meter für den TV Möhlin entschieden wurde, stand die Steinlihalle Kopf. Widerum Sandro Strübin übernahm die Verantwortung, trat zum Penalty an und verwandelte nervenstark zum 31:31, was die Zuschauer in Freudentaumel versetzte und die beiden Teams in die Verlängerung zwang. Die Möhliner Mannschaft hatte in der Schlussphase der 2. Halbzeit Moral bewisen, indem sie noch einem alles in die Waagschale legten und um den Sieg kämpften.
Wie elektrisiert von der Aufholjagd in letzter Sekunde bestritt die Heimmanschaft anschliessen die zwei mal fünf Minuten der Verlängerung. Es waren nun die Möhliner, die in Führung gingen und die Zürcher so unter Druck setzten. Nach Milovanovics 34:33 handelte sich 30 Sekunden vor Abpfiff der ansonsten stark aufspielende Luca Oberli eine Zeitstrafe wegen Reklamierens ein. In Unterzahl konnten die Zürcher Ihre letzte Ausgleichschance nicht nutzen und so belohnten sich die NLB-Handballer des TV Möhlin selbst für die aufopferungsvolle und beherzte Leistung mit dem Einzug ins Achtelfinale.
Mit dem HSC Suhr Aarau wartet bereits am nächsten Samstag, dem 10. November 2013, der nächste grosse Brocken auf den TV Möhlin. Ob es gelingen wird, die kämpferische Einstellung mit in das nächste Ligaspiel zu nehmen, kann ab 17:00 Uhr im Schachen in Aarau live mitverfolgt werden.
TV Möhlin – GC Amicitia Zürich 34:33 (15:19)
Möhlin, Steinli – 300 Zuschauer – SR: Keiser, Rottmeier
Torfolge: 5:2 (7‘), 9:9 (15‘), 11:12(20‘), 12:18 (28‘), 15:19 (30‘). 18:22 (41‘), 22:26 (46‘) 26:27 (52‘), 26:30 (56‘), 31:31 (60‘), 33:33 (65‘), 34:33 (70‘).
Strafen: 4 Mal 2-Minuten gegen Möhlin, 5 Mal 2-Minuten gegen GC Amicitia Zürich. Auschluss, nach 3. persönlicher Zeitstrafe gegen Mario Jelinic (57‘).
TV Möhlin: Vogel/Wenger; Ban (3), Braun (2), Freitag (3), Hock (9), Jäger (4), Meier (1), Milovanovic (5), Soder (1), Strübin (6/1).
GC Amicitia Zürich: Bringolf, Schubiger; Bajramovic (2), Bogunovic (7/1), Egger (2), Ginders (1), Grundböck (2/1), Jelinic (1), Kraucevicius (6), Oberli (7), Sidorowicz, Wittlin (5).
Bemerkungen: Möhlin ohne Ahmetasevic, Brugger, P. Kern, T. Kern, Lenzin, Stalder und Zeqaj. GC Amicitia ohne Ramadani und Ursic.
Bericht: Luca Criscione
Fotos: Michi Mahrer