Déja-vu in Baden, diesmal mit 34:22!

Zur Pause lagen der Gastgeber STV Baden und der TV Möhlin noch auf Augenhöhe (13:13). In der zweiten Spielzeit steigerte sich Städtli markant und drängte die Fricktaler immer mehr an die Wand. Spätestens in der letzten Viertelstunde setzten die entfesselten Badener zum Schaulaufen an und reüssierten mal um mal vor dem gegnerischen Tor.

Die deutliche Niederlage stand den Möhlinern Handballern ins Gesicht geschrieben, als sie das Spielfeld verliessen. Dabei hatte die Partie so hoffnungsvoll begonnen. Der TVM und der Gastgeber lieferten sich einen kontinuierlichen Schlagabtausch während knapp zehn Minuten, wobei Möhlin zu diesem Zeitpunkt mit bis zu vier Toren (4:8) Boden gut machen konnte. Zwar wurde bis dahin auch bereits die eine oder andere Chance nicht erfolgreich abgeschlossen, aber bei den Städtlianer klappte es auch nicht optimal. Einzig Pascal Bühler zeigte sich halblinks bereits äusserst torgefährlich. Bühler empfahl sich bis zum Spielende mit stolzen elf Treffern aus elf Versuchen! Während Baden noch mit reibungslosen Abläufen haderte, gelangen Möhlin die Abschlüsse besser. Aber die Einheimischen liessen nicht locker und mauserten sich hartnäckig und kontinuierlich heran. 18 Minuten waren gespielt, als Björn Navarins vife Truppe den Ausgleich zum 9:9 erzielte. Noch wusste Möhlin dagegen zu halten, aber ganz lupenrein waren ihre taktischen Züge nicht und die Trefferquote schien „einzugefrieren“. Als Roc Jelovcan einen Penalty, geworfen von Rückkehrer Thomas Stalder parierte und Mischa Wirthlin eines seiner Tore im Modus „Eigenmarke“ ausführte, schien die Welt der Fricktaler wieder in Ordnung (11:13) zu sein. Aber Baden, bekannt für seinen Kampfgeist, blieb dran und glich zum 13:13 aus. Vorangegangen waren turbulente Sequenzen mit Fehlwürfen, Seitenwechseln und Zeitstrafen auf beiden Seiten; der Kommentar von den Sitzreihen: „Was für ein Durcheinander!“.

Die nächsten dreissig Minuten gerieten dann zusehends in Städtlis Hand. Es fand zu einer Stärke im Team und vereitelte dem Gegner mal um mal erfolgreiche Abschlüsse. Am Anfang subtil, dann immer mutiger und forscher. Die Möhliner agierten zu wenig stark und entschlossen gegen die nun gut strukturierten Badener (defensiv umgestellt), deren Einsatzfreude mit jedem geblockten Abschlussversuch der Gäste, wuchs. Bald betrug der Punkteabstand zwei, drei, vier Zähler. Badens Goalie Marco Wyss (ursprünglich vom HSC Suhr Aarau und ehemaliger Nati-A Goalie bei Schaffhausen) gab sich keine Blösse und parierte in selbstbewusster Manier an diesem Abend jeden zweiten Wurf. Zwar holte der TVM kurzzeitig auf und verkürzte auf 20:17 in der 42 Minute durch Sandro Soder, aber ab diesem Zeitpunkt, konnte Baden das Ruder definitiv an sich reissen. Möhlins Drehbuch füllte sich mit Zeitstrafen, Fehlpässen, parierten Schüssen etc. (Tokic traf nicht und Florian Wirthlin tat es ihm gleich, auch Hock glänzte nur mit verwerteten Penaltys) und entgleiste Richtung Dramatik. Aus einem 27:19 wurde ein brutales 34:22 zum Schluss. Trainer Zoltan Cordas beschönigt nichts, er bemängelt die Chancenauswertung in der ersten Spielzeit und bekräftigt seine Meinung: „Wir müssen mehr trainieren und arbeiten!“ Auf der einen Seite herrscht Frust über die ähnliche Niederlage, wie vor einem Jahr (32:22) und auf der anderen Seite grenzenloses „Happy End“ über die eigene Leistung mit einem Team, dessen Spontanzugänge (Stalder und Stegefelt) bereits bestens integriert scheinen.

Möhlin: Jelovcan (4/25), Bamert (1/14); Freitag (1), Wirthlin F. (1), Wirthlin M. (1), Doormann (1), Meier, Soder (2), Trüssel (1), Hock (4), Schröder (5), Kaiser (3), Tokic (3)


Statistiken und Spielverlauf:
http://liveticker.handball.ch/Ticker.aspx?SpielId=297106&VIDs


Bericht: Christine Steck; Fotos: Michi Mahrer; Statistik & Tabelle: SHV

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