20.01.2016
Jonas Buholzer- Flügelspieler beim TV Möhlin!
Der bald 22-jährige Student bezeichnet sich selbst als sehr geduldigen Menschen und es brauche viel, um ihn aus dem Konzept zu bringen. Und wenn er sich dann mal aufrege, dann verflüchtige sich der ganze Stress nach kurzer Zeit von selbst. Diese Eigenschaft kommt ihm als Aussenspieler mit Spezialaufgaben bestimmt entgegen. Denn bei einem schnellen Konter braucht es einen präsenten lauernden Flügelspieler, welcher dann besonders in der ersten Welle, erfolgreich abschliessen kann. Zudem enden viele Spielhandlungen in Überzahlsituationen, sodass auch hier ein Aussenspieler mit Sicherheit und Ruhe im Abschluss spielentscheidend sein kann. Buholzer steuert als Aussenangreifer im Durchschnitt zuverlässig seine zwei Tore zum Spielstand des TV Möhlin bei.
Jonas Buholzer, mit Jahrgang 1994, zählt nebst Sandro Caminada und Mischa Wirthlin, zu den jüngsten Spielern beim TV Möhlin. Aufgewachsen ist der Innerschweizer in Sempach, wo er die Kinderjahre mit seinen drei Schwestern verbrachte. Buholzer besuchte danach die Sport- und Musikklasse der Kantonsschule Alpenquai in Luzern. Diese Schule bietet jungen Leistungssportlern ein optimales Umfeld und verlangt aber auch, dass die Gymnasiasten mindestens 10 Stunden pro Woche trainieren und den Leistungsausweis in einer Spitzenmannschaft vorweisen können. Aus dieser Zeit stammt auch sein aktueller WG-Partner Christian Amrein, welcher für Endingen zwischen den Pfosten steht und mit welchem er seit kurzem gemeinsam in Turgi wohnt. Von da ist der Weg an die Uni nach Zürich, wo Jonas Buholzer im vergangenen Herbst das Studium in Betriebswirtschaft aufgenommen hat, nicht mehr weit. An den Wochenenden reist er aber immer gerne an den Sempachersee zurück, um seine Familie wieder zu sehen.
Wie bist du zum Handball gekommen?
„Ich habe zwei Saisons lang Fussball gespielt und auch im Judo einige Erfahrungen gesammelt. Als dann der Judoclub aufgelöst wurde, suchte ich für mich eine neue sportliche Herausforderung und kam, durch die Trainertätigkeit meines Vaters, zum Handballsport. Seither kann ich mir ein Leben ohne Handball gar nicht mehr vorstellen! Beim Handball fasziniert mich der Teamgedanke, nämlich gemeinsam die vorgegebenen Ziele zu erreichen und das Tempo. Beim Fussballspiel überkam mich diese Faszination nie wirklich – als Einlaufeinheit macht es aber dennoch Spass!“ Und verweist damit auf das offene Geheimnis, dass die Handballer eben Fussball bloss zum Aufwärmen spielen würden…. Buholzer hat als Handballer seine Karriere beim BSV RW Sursee begonnen und danach fünf Saisons als Junior bei der SG Pilatus gespielt, wo er 2009/10 mit der Mannschaft Schweizer Meister wurde. 2013/14 wechselte er zum NLA-Spitzenverein HC Kriens-Luzern und ein Jahr später unterzeichnete Buholzer beim HSC Suhr Aarau einen weiteren Spielvertrag, ehe er im letzten Sommer, im 2015, zum TVM berufen wurde.
Und jetzt spielst du beim TV Möhlin, weshalb?
„Der Kontakt zum TVM entstand durch eine SMS, bzw. ein Telefonat mit Guido Wirthlin und wir vereinbarten ein Probetraining. Und so sah ich das „Steinli“ zum ersten Mal von innen. Beim TVM hat der Zusammenhalt einen sehr hohen Stellenwert. Das Team hat einen wirklich tiefen Gemeinschaftssinn und es ziehen alle am selben Strick. Und über die Zuschauer in der Halle, brauche ich keine grossen Worte zu verlieren, die sind einfach genial!“
Wie bereitest du dich auf einen Match vor?
Buholzer meint: „Ich absolviere vier Hallentrainings mit unserem Trainer Zoltan Cordas und das mit Adi Käser im Kraftraum. Dann gehe ich auch noch individuell in den Kraftraum, um mich fit zu halten. Vor den Spielen schaue ich mir jeweils Videos des Gegners an und überlege mir, abgesehen von den Vorbereitungen im Team, während der Anfahrt zum Spiel, welche Dinge für das betreffende Spiel zentral sind um zu reüssieren.“
Wie erholst du dich vom Handballsport?
„Wenn man Sport auf diesem Level betreibt, dann ist der Körper das Kapital und zu diesem muss man Sorge tragen. Daher braucht es auch eine gewisse Seriosität im Lebensstil. Ich bin allerdings auch nicht der Typ, der unbedingt elektrolytische Getränke oder sonstige Ergänzungsnahrung braucht. Ich achte aber auf eine ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf und generiere so meinem Körper genügend Zeit für die Regeneration.“
Was motiviert dich, den Handballsport auf diesem hohen Level auszuüben?
„Handball geniesst bei mir schon seit jeher einen sehr hohen Stellenwert. Mit dem Entscheid, die Sport- und Musikklasse an der Kantonsschule Alpenquai in Luzern zu besuchen, nahm der Sport die oberste Priorität neben der Schule ein. Die hohe Priorität hat er immer noch beibehalten, denn sonst, und davon bin ich überzeugt, könnte man gar nicht die Energie bereitstellen, die man braucht um Erfolg zu haben.“ Und weiter philosophiert der Flügelspieler mit der Nummer sechs, dass die Energie aus dem Anspruch komme, immer besser zu sein, als der andere. Die Leidenschaft sporne einen auch an und diese beiden Pfeiler in Kombination mit der Herausforderung, die kommenden Aufgaben meistern zu wollen, führen dazu, dass es während der Handballmeisterschaft, nebst Studium und Ballsport halt nicht mehr viel Anderes gäbe.
Mit diesem klaren Bekenntnis zur Leistungsbereitschaft, schliesst sich Jonas Buholzer nahtlos an die Statements seiner bereits interviewten Teamkollegen an. Abschliessend berichtet mit Sandro Caminada ein Spieler, welcher nebst dem Handballerleben, Sportwissenschaft studiert. Caminada ist nach dem offiziellen Meisterschaftsbeginn zum TVM gestossen und wird auf der Position des rechten Rückraums eingesetzt.
Für den TV Möhlin, Christine Steck