Sandro Caminada - ein Youngster beim TVM!

Sandro Caminada zählt wie Jonas Buholzer zu den jüngsten bei den Neuzugängen im Eins. Mit Jahrgang 1994 und damit knapp über die zwanzig, stiess der Sportstudent eigentlich zufällig zum TVM. Dem Zufall hat aber Trainer Cordas ein bisschen nachgeholfen, denn diesem fiel das Handballtalent irgendwann auf.

Geboren ist Sandro Caminada am 14.Februar, dem Valentinstag, welcher zu Ehren der Verliebten und mit dem Schenken von Blumen alljährlich zelebriert wird. Aber für Blumen oder Verliebte interessierte sich der kleine Sandro damals wenig, viel lieber beschäftigte er sich schon bald mit einem Ball. Wie sein Nachname verrät, stammt seine Familie aus dem Bündnerland, aus der Surselva. Er selbst ist aber in Zürich geboren und im Alter von zwei Jahren zog er mit seiner Familie nach Ehrendingen. Dort hat Sandro zusammen mit seinem jüngeren Bruder (Jg. 1996) seine Kindheit verbracht und neben Deutsch auch das Rätoromanische vermittelt bekommen. Aber als Kind sei das ziemlich „uncool“ rübergekommen und sie hätten zwar durchaus viel Rätoromanisch gehört und gelernt, aber irgendwann nur noch in Schweizer Mundart, so wie es im Kollegenkreis gesprochen wurde, geantwortet. Und weiter meint Sandro „Bereits in der zweiten Primarstufe habe ich mit Handball angefangen. Eigentlich wollte ich als kleiner Knirps Basketball spielen, aber durch meinen damaligen besten Kollegen habe ich mit Handballspielen begonnen.“ Was als Vorbereitung für den Basketball-Sport gedacht war, blieb bei ihm dann doch nachhaltig seine Spuren zu hinterlassen, er konnte sich nicht mehr vom Handball trennen. Und ergänzt: „Ich habe daneben auch Judo und Unihockey im Verein, sowie Badminton im Schulsport ausgeübt.“ Aber wie er schmunzelnd anfügt, das schnelle Handball-Spiel habe ihn schon immer fasziniert und ihm habe gefallen, dass es körperbetont, schnell und trickreich ist. Diese Ansicht teilt er auch heute noch und fände diese Sportart immer noch sehr attraktiv.

Warum bist du zum TVM gestossen?
„Zum TVM bin ich zufällig gekommen, (denkt nach) ein richtiger Glückstreffer für mich persönlich. Zoltan habe ich beim HC Ehrendingen kennen gelernt, wo er Schulsport unterrichtet. Aufgrund meiner momentanen Wohnsituation in Münchenstein hat er mir aus heiterem Himmel angeboten, als Trainingsgast bei seinem neuen Verein mit zu trainieren. Ich habe spontan an die zweite Mannschaft gedacht, doch Zoltan wollte mich in die erste Mannschaft lotsen. So habe ich Mitte September (als gerade die Verletzungshexe beim TVM zuschlug) den Trainingsbetrieb aufgenommen und bis heute voll motiviert durchgezogen. Als mir Guido (Wirthlin) die Idee einer Doppellizenz unterbreitete, konnte ich mein Glück kaum fassen. In meiner Jugend habe ich immer versucht auf hohem Niveau zu spielen, war sehr engagiert und ehrgeizig, aber zu einem Wechsel ist es nie gekommen. Die Schule und die Ausbildung gingen stets vor. Momentan habe ich alles im Griff mit dem Studium und habe endlich die Möglichkeit, mich in einer hohen Spielklasse zu etablieren. Diese Chance muss man mir nicht zweimal anbieten. So habe ich dankend angenommen und trainiere weiterhin motiviert und hart um dem Team zu helfen.“ Caminada betont zudem: „Der TVM ist ein super Verein. Die erste Mannschaft hat mich herzlich aufgenommen und ich fühle mich schon pudelwohl. Der Teamgeist ist hervorragend. Aber auch über die nette Vereinsleitung, allen Helfern und das lautstarke Publikum an den Heimspielen kann ich nur gute Worte verlieren. Mir gefällt es hier sehr gut.“

Wie bereitest du dich auf einen Match vor?
„Generell achte ich darauf mich ausgewogen zu ernähren, aber Kalorien zähle ich nicht (lacht). Ich verzichte auf Nahrungsergänzungsmittel oder isotonische Getränke und koche eher nach Lust und Laune. Aber vor den sportlichen Aktivitäten schau ich besonders darauf, genügend Kohlenhydrate zu essen und verzichte auf Süssigkeiten. Ich versuche stets genügend zu schlafen, aber wenn die Prüfungszeit ansteht, kann es schon mal zu kurzen Nächten kommen.“

Wie sieht dein Leben neben dem Handball aus?
„Ich studiere in Basel Sportwissenschaft, mittlerweile im fünften Semester. Ich bin für den Bachelor in Prävention und Rehabilitation eingeschrieben. Ich habe kein Nebenfach, setze mich aber vermehrt mit medizinischen Fragen auseinander. Inhaltlich beschäftigen wir uns praktisch mit einer breiten Palette an Sportarten und theoretisch thematisieren wir in den Vorlesungen Anatomie, Prävention, Rehabilitation, Trainingswissenschaft und Physiologie. Neben einer Einführung in die Leistungsdiagnose gehört auch noch eine Vertiefung in die Sportsoziologie und Pädagogik zum Lernplan.“ Als Fernziel gibt der Hochschüler an, mal Sportlehrer und später Sporttherapeut werden zu wollen. Während der Woche lebt Sandro in Münchenstein, wo er mit zwei Kolleginnen, welche ebenfalls studieren, eine WG teilt. Um sich die WG zu finanzieren, arbeitet der Student im Rekrutierungszentrum Windisch als Sportexperte. Nebst dem Handball bleibt relativ wenig Zeit für Hobbies, deshalb versuche er, möglichst viel mit der Freundin und Freunden zu unternehmen.

Was motiviert dich, den Handballsport auf diesem hohen Level auszuüben?
Seit seiner Jugend schwärmt Sandro davon, später auf hohem Niveau Handball spielen zu können. „Dieser innige Wunsch motiviert mich so viel zu trainieren und eben den Sport ausüben zu dürfen. Ich bedaure, dass mir dieser Wunsch stets verwehrt war, weil ich die Prioritäten anders setzen musste.“ Er spricht nicht von einem eigentlichen Verbot, aber er sei umso dankbarer, dass es jetzt geklappt hat. Und fügt hinzu: „Für mich ist es ein Privileg beim TVM trainieren und spielen zu dürfen, das halte ich immer vor Augen! Dass ich deshalb viele Dinge unterordnen muss, macht mir nichts aus, dafür ist mir Handball zu wichtig. Ich hatte in meiner ganzen sportlichen Zeit keine ernsthafteren Verletzungen, deshalb kann ich auch ziemlich unbeschwert spielen und habe keine schlechten Erfahrungen diesbezüglich.“

Und was möchtest du einmal deinen Schülern im Sportunterricht vermitteln?
Caminada denkt nach: „Ich möchte allen einen Zugang zum „sich bewegen“ ermöglichen, die Freude am Sport wecken, bzw. die Möglichkeiten und den Zweck der körperlichen Ertüchtigung vermitteln. Das Erlernen einer Sportart kann man besser in Vereinen perfektionieren, aber die Schule sollte den Zugang zu einem Basic-Repertoire an Bewegungen aufzeigen, Spass und Vielfalt vorleben. Ich würde auch auf die jeweiligen Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen und gewünschte Sportarten ermöglichen wollen. Zudem gewinnt heute auch das Wissen über den eigenen Körper an Bedeutung.“

Sandro Caminada wird meistens im rechten Rückraum eingesetzt, da der Linke bereits „hochkarätig“ besetzt sei. Noch sitzt er oft auf der Bank und kommt nur als Reserve oder bei günstigem Spielverlauf zum Einsatz, aber das stört ihn nicht weiter und gehört zum Los eines Youngsters.

Für den TV Möhlin, Christine Steck

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Christine, welche die sensationellen Porträts über die neuen TVM-Spieler geschrieben hat.

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