Neue J+S-Leiterinnen für den TV Möhlin!

Kürzlich haben Amélie Arndt und Elinor Sager aus Möhlin die Jugend und Sport-Grundausbildung Handball in Frauenfeld, erfolgreich abgeschlossen. Das bedeutete eine intensive Woche, vollgepackt mit Programminhalten von morgens acht Uhr bis meistens gegen 21 Uhr! Die beiden jungen Frauen trainieren seit einiger Zeit die Juniorenabteilungen U9 und U11 des TV Möhlin.

Elinor Sager hat dieses Jahr ihr Biologiestudium an der Uni in Basel begonnen. Sie selbst hat ihre aktive Handballzeit abgeschlossen und trainiert die U11-jährigen bereits die vierte Saison. Auf die Frage, was ihr an der Arbeit mit Jugendlichen gefällt, antwortet sie: » Ich finde es toll, den Kindern etwas beizubringen und zu sehen, wie sie neue Dinge lernen und immer neue Fortschritte machen. Es macht Spass mit ihnen zusammen etwas zu erarbeiten und in der Mannschaft umzusetzen». Weiter betont sie, dass sie möchte, dass die Kinder Freude haben, sich zu bewegen und lernen in einer Mannschaft zu funktionieren. Und gesteht, dass auch, als sie selbst noch Handball spielte, für sie die grösste Motivation war zu sehen, wie die Trainer die Freude am Handballsport zelebrierten.

Ihre Kollegin Amélie Arndt besucht in Basel das Gymnasium und spielt aktuell bei den Möhliner Damen Handball. Daneben trainiert Arndt die U9-Handball-Jugend und zwar seit 2014. Sie erzählt auch vom Spassfaktor und dass die Kleinen einem auch viel zurückgeben würden: Ein Lächeln im Gesicht oder wenn man die offensichtlichen sportlichen Fortschritte erkennen könne.

Warum die Grundausbildung?
Während ihrer bisherigen Trainerzeit lernte Elinor Sager das Coachen vor allem durch das Beobachten ihrer Kolleginnen und Kollegen. Zudem gab sie eigene Erfahrungen weiter. Vom Besuch eines J+S-Kurses versprach sie sich ein fundiertes Wissen und erhoffte sich auch Inspiration für eine spannende Trainingsgestaltung. Nicht zuletzt motivierte sie die Aussicht, dass sie den Kurs zusammen mit Amélie besuchen konnte. Auch Amélie Arndt betont ihren Willen, mehr über die nötigen Grundlagen erlernen zu wollen, um dann mit diesen Konzepten arbeiten zu können. Dabei habe sie vor allem das Thema über das körperliche Grundkonzept des Sports angesprochen. Dort werden die Relationen zwischen Körper, Geist und menschlichen Interaktionen erläutert, im Sinne: «Alles entscheidet sich im Kopf»! Gerade im Handballsport sollte nicht nur der Körper trainiert, sondern auch der Geist gefordert werden (Koordinationsübungen, Selbstvertrauen aufbauen, Durchsetzungsvermögen sind nur ein paar Stichworte).

Jugend und Sport legt Wert auf hohe Qualität
Das inhaltliche Spektrum des Kurses lässt sich sehen: Da kamen unter anderem Themen über pädagogische und sportmotorische Konzepte, Trainingslehre, vertiefte Angriff- und Abwehrverhalten, sowie zu analysierende Spielzüge zur Sprache. Auch die Rolle des Torwarts, des Schiedsrichters und natürlich des Trainers wurden behandelt. Zudem diskutierten die Teilnehmer über mögliche Sportverletzungen oder den Sinn von Krafttraining. Zum Abschluss mussten die Kandidaten eine schriftliche Prüfung ablegen, welche ein wichtiger Teil zur Endbenotung darstellte. Das Prüfungsergebnis setzte sich aus der Punktzahl der schriftlichen Prüfung, einem Regeltest und der Bewertung eines Trainings, welches sie im Voraus durchführen mussten, zusammen. Ende der Woche evaluierte man zusammen mit den Kursleitern die Ergebnisse und bekam dann Bescheid, ob man bestanden hatte oder nicht (Kategorie 1-4; 1: nicht empfohlen, 2: bedingt empfohlen, 3: empfohlen, 4: sehr empfohlen).

Anwendung im Handballalltag
Elinor meint rückblickend, dass sie nicht alle Dinge, welche im Kurs besprochen wurden, auf ihrer Stufe anwenden könne. Aber sie habe sich viel Allgemeinwissen aneignen und neue Ideen und Inputs für einen abwechslungsreichen Trainingsalltag mitnehmen können. Besonders der Austausch mit den anderen Kursteilnehmern sei sehr spannend gewesen, man konnte sich über verschieden Methoden unterhalten und so auch neue Übungen ins Repertoire aufnehmen. Weiter betont Elinor, dass das Zusammentreffen der verschiedenen Trainertypen aus der ganzen Schweiz interessant war. Da konnte man diskutieren und gewann auch einen Einblick in die Struktur von anderen Vereinen. «Wir hatten einfach eine gute Zeit zusammen», betont Elinor Sager, «egal ob Jungtrainer oder schon erfahrene Trainer, welche bis anhin noch keinen Kurs gemacht hatten, wir hatten alle einen gemeinsamen Nenner, nämlich die Passion für den Handballsport».    

Regelkunde
Die beiden jungen Leiterinnen äussern sich wie folgt zum Thema Regelkunde: »Im Voraus konnten wir nicht so ganz nachvollziehen, weshalb die Regelkunde und die Rolle der Schiedsrichter so intensiv in einem Leiterkurs behandelt werden müssen. Wir als Trainer sind mit den Schiedsrichtern ja meistens ein bisschen auf Kriegsfuss. Während des Kurses mussten wir bspw. probeweise die Aufgabe des Schiedsrichters übernehmen. Diese Erfahrung war sehr hilfreich, denn so konnten wir nachempfinden, wie schwierig es sein kann, Entscheidungen in Bruchteilen von Sekunden zu fällen». Elinor meint dazu: »In Zukunft werde ich deswegen wohl auch ein wenig nachsichtiger mit den Schiedsrichtern umgehen»…;). Als Hausaufgabe für den Kurs mussten alle Absolventen einen Fragekatalog mit 60 Fragen über dieses Thema beantworten. Das bereitete den beiden Fricktalerinnen etwas Mühe, denn die theoretischen Szenen muss man sich zuerst genau vorstellen, um dann urteilen zu können.

Beispiel gefällig?
Bei einem 7m wird der Ball an den Innenpfosten geworfen und bleibt dort auf der Torlinie stecken. Es zeigt sich, dass das Tor nicht vollständig verankert ist. Wie geht das Spiel weiter? Wird der 7m wiederholt?

Wir dachten, dass der 7m wiederholt werden sollte, da die Bedingungen für den Werfer unfair waren. Die korrekte Antwort aber lautet:

Weil der Ball im Torraum liegen geblieben ist, geht das Spiel mit Abwurf weiter (Regeln 6:5, 12:1) Eine Wiederholung des Siebenmeters sieht das Regelwerk vor, wenn a) der Fehler der verteidigenden Mannschaft beim 7m-Wurf vorliegt, wenn dabei kein Tor erzielt wird. Oder b) wenn der Pfiff ertönte (z.B. Schlusssignal), während sich der Ball in der Luft befindet (Regeln 14:8, 2:4).   

Anmerkungen und Schlusswort von Gregory Soder
Als J+S-Coach ist Gregory Soder verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung sämtlicher Trainerinnen und Trainer beim TV Möhlin/Handball. Umso mehr freut es ihn, wenn er neue Persönlichkeiten für die Trainerlaufbahn motivieren und begleiten kann. Er bedenkt: «Junge Trainer sind anfänglich noch etwas unsicher, ob sie die Anforderungen im Grundkurs überhaupt bewältigen können. Es sind ja nicht nur die Aktivitäten in der Halle, sondern auch die umfangreiche Regelkunde, die Trainingsplanung und dann auch noch die Prüfung, welche am Ende der Woche auf die zukünftigen Trainer warten». Und ergänzt: «Wenn ich nun die beiden als Beispiel nehmen darf, zeigt es mir, wie begeistert sie aus dem Kurs kamen, zwar körperlich gefordert, aber mit einem gefüllten Rucksack an Ideen! Ich hoffe natürlich, dass ich jedes Jahr mindestens zwei Personen überzeugen kann den Weg zum Trainer einzuschlagen. So ist auch in Zukunft beim TV Möhlin gewährleistet, dass alle Teams von ausgebildetem J+S-Fachpersonal geleitet werden».

Herzlichen Dank allen Beteiligten für ihre Ausführungen!

Christine Steck für den TV Möhlin

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