Halbzeit in der Meisterschaft!

Nach 14 Runden (inkl. einem Rückspiel) belegen die NLB-Handballer vom TV Möhlin den dritten Tabellenplatz mit 18 Zählern. Dahinter folgen Baden und Solothurn, welche über gleich viele Punkte, aber das schlechtere Torverhältnis verfügen.

Der momentane Leader Endingen weist 26 Punkte auf und distanziert damit die Lakers auf Platz zwei um 5 Punkte. Möhlin nahm 2015/2016 bereits den dritten Tabellenplatz ein, damals hinter Suhr Aarau und Endingen und dicht gefolgt von den Kadetten und Steffisburg. Auch vor einem Jahr klassierten sich die Teams nahe beieinander.

Rückblick ins Spielgeschehen
Kurz vor dem Saisonstart Anfang September musste die Vereinsleitung mitteilen, dass Sebastian Kaiser verletzungsbedingt eine Fussoperation über sich ergehen lassen musste und auch Tin Tokic, infolge eines Augenleidens, punktuell ausfiel. Kaiser fehlte der Mannschaft während der ganzen Hinrunde. Die neue Konstellation im Team erlitt aber zum Saisonauftakt auswärts in Winterthur keinen Schiffbruch, im Gegenteil, der TV Möhlin schlug die SG Yellow/Pfadi Espoirs deutlich mit 34:20 und überraschte damit die Fangemeinde im Fricktal positiv. Die nächste Station war der Auswärtsmatch in Birsfelden. Die Birsfelder langen jeweils kräftig zu und verleihen den Derbyspielen weniger attraktiven, als vielmehr kampfbetonten Handball. Auch diesmal verlief die Partie hektisch, nervenaufreibend und die Spielleitung offenbarte sich als grosse Problemzone. Trotzdem setzte sich Marcus Hock (Topscorer mit 112 Treffern) wurfgefährlich durch und Rok Jelovcan hielt den Kasten dicht. Die Mannschaft blieb äusserlich besonnen, kämpfte sich mutig durch schwierige Minuten und gewann das Spiel mit vier Toren Differenz. Die Hafenstädter, auf Rang elf, haben bereits Verstärkung verpflichtet und werden im Rückspiel vom 11. Februar 2017 mit dem 22-jährigen slowenischen Spielmacher Gal Adamcic vom MRK Krka antreten.

In der dritten Begegnung konnte der TVM zuhause, aber gegen einen schwierigen Gegner, den STV Baden, antreten! Und tatsächlich stolperten die Fricktaler im ersten Heimmatch und verloren die Partie knapp (23:25)! Nach der ersten Halbzeit führte Möhlin mit 11:6, aber die Badener kämpften sich zurück. Die Heimmannschaft kam nicht an der Gästeabwehr vorbei, haderte offensiv und musste Baden schliesslich ziehen lassen. Diese Partie offenbarte auch, dass die Kräfteverhältnisse in der aktuellen Liga ähnlich sind und ein Kampf bis in die Schlusssekunden matchentscheidend ist. Danach folgte noch eine Niederlage gegen Altdorf, alle weiteren Kontrahenten (Siggenthal, Horgen, Steffisburg, Genf und Schaffhausen) wies das Team von Trainer Zoltan Cordas in die Schranken. Ende November kam ein erwartet starkes Trio im Matchkalender der Fricktaler: Absteiger Stäfa, Endingen und Solothurn, welche Möhlin nicht zu bezwingen vermochte. Wobei die Leistungen gegen Stäfa und Solothurn nicht überzeugten. Der TV Endingen hingegen hinterliess einen starken Eindruck und spielte eine souveräne Partie. Gegen den nächsten Gegner, den Tabellenletzten Wädenswil, resultierte für den TV Möhlin wieder ein klarer Sieg mit 33:21.

Einschätzungen des Trainers und des Sportchefs
Trainer Zoltan Cordas, im zweiten Amtsjahr, analysierte die vergangenen Wochen selbstredend kritisch. Er ortete gegen Baden eine schlechte zweite Halbzeit, die ihm sichtlich nicht gefallen hatte. Danach erwähnte er aber auch die Spieler, welche «angeschlagen» antreten mussten: Florian Doormann z.B. war nach langen Arbeitstagen erschöpft oder Marcus Hock musste wegen einer Zehenverletzung pausieren. Zwar betonte Cordas, dass das Argument der geschwächten Mannschaft keine Ausrede sein dürfte, gab aber zu: «Wir können dann die Leistung nicht abrufen, die wir eingeübt haben». Gleichzeitig bescheinigte der charismatische Österreicher dem Team eine gute Chemie und eine intakte Moral.

Weiter gab Sportchef Guido Wirthlin zu bedenken, dass auch Sebastian Kaiser mit seiner mitreissenden Präsenz, dem Team nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Training als Leistungsträger gefehlt habe. Kaisers Comeback ist ab Spielbeginn, Ende Januar 2017, geplant. Mit Blick auf den Nachwuchs, attestierte Cordas gute Noten: Yannik Lang, erst sechzehn Jahre alt, kam vereinzelt am Flügel zum Einsatz und spielte ansonsten in der U19 Elite. Auch Mischa Wirthlin und Manuel Csebits, beide Jahrgang 1997, seien bereits im Team der Grossen integriert. Und die Neuzugänge Karlo Ladan am Kreis und Linkshänder Oliver Mauron erfüllen ihre Aufgaben ebenfalls grossartig.

Ausblick Rückrunde
Das erste Spiel der Rückrunde fand bereits statt. Möhlin schlug am Samstag vor dem vierten Advent die SG Yellow/Pfadi Espoirs. Der TV Möhlin bestreitet in der Rückrunde sieben Heim- und fünf Auswärtsspiele. Die Ausgangslage bleibt eng, spannend und hoffentlich weiterhin positiv. Für den Captain der Möhliner, Sandro Soder, welcher kürzlich Vater geworden ist, wird es die letzte Saison bei seinem Stamm-Verein sein. Der 26. April 2017, das Datum des letzten Heimspiels, wird für den 29-jährigen deshalb ein emotionaler Tag sein, denn dann heisst es definitiv Abschied nehmen vom Leistungshandball.

Für den TV Möhlin, Christine Steck

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