13.12.2016
Maurice Meier - seit 2009 beim TV Möhlin!
Maurice Meier spielt bereits die achte Saison beim TV Möhlin. Rückblickend kann er es selbst kaum glauben. Der süddeutsche Handballer ist meistens in der Defensive aktiv, kann aber auch auf den anderen Positionen problemlos eingesetzt werden. Meier ist neben dem Platz eher ruhig und bescheiden, aber auf dem Feld kann er zupacken und sich für sein Team aufopfern.
Maurice Meier ist am 19. Oktober 1988 in Rheinfelden-Baden zur Welt gekommen und hat dort seine Kindheit verbracht. Erst im Alter von 17 Jahren hat Maurice begonnen Handball zu spielen, nachdem er vorher im Kunstturnen aktiv war. Der Wechsel erfolgte nicht ganz freiwillig, eine Handgelenksverletzung zwang ihn dazu. 2005/06 spielte er beim HC Karsau in der U19, danach, 2006/07, wechselte er zur SG Maulburg/Steinen. 2007 wurde Meier in die U21 Elite des RTV Basel berufen und verbrachte dort zwei Jahre. Anschliessend hat Maurice Meier seine Karriere beim TV Möhlin fortgesetzt (seit 2009 / 2010). Er hat, wie kein zweiter, in den folgenden Jahren wichtige Stationen in dessen Vereinsgeschichte hautnah erfahren und miterlebt. Der 28-jährige Handballer läuft beim TVM mit der Nummer acht auf und seine Position in der Kaderliste wird mit KL für Kreisläufer angegeben.
Seine Familie zählt zum treuen Fanpublikum!
„Wenn sie kann, ist meine Familie, meine Eltern immer dabei. An unseren Familientreffen ist Handball immer ein grosses Thema, obwohl sonst keiner in der Familie je mit Handball zu tun hatte. Selbst mein Bruder (eigentlich «nur» Fussballer) ging, als ich mit Handball begann, mit mir in die Halle und machte Einzeltrainings für mich. Von ihm gab es nach dem Spiel auch mal scharfe Kritik. Aber er fand auch immer wieder aufbauende Worte, wenn es mal nicht lief. Er war sicher auch ein Grund, dass ich Handball immer mehr als Leistungssport wahrnahm, obwohl ich anfangs den Ballsport «just for fun» machen wollte. Ich habe ja erst mit 17 angefangen und hätte es nicht für möglich gehalten, dass man es da noch so weit bringen kann. Deshalb trainierte ich vor allem in den ersten Jahren mehr als alle anderen und nahm bspw. auch zusätzliche Trainings in einem anderen Verein in Anspruch (z.B. beim TV Grenzach unter Kai Wetzel, der nach dem Jahr Trainer bei Möhlin wurde). Kai Wetzel habe ich es zu verdanken, dass ich drei Jahre später auf Möhlin aufmerksam wurde. Unter Wetzel (zuletzt Trainer bei Siggenthal/Vom Stein) trainierte ich noch ein paar Einheiten, ehe er dann von Adi Amsler und René Hüsser abgelöst wurde».
In der Defensive hängen geblieben!
„Als ich in Möhlin frisch angefangen habe, war ich eigentlich immer im Rückraum aktiv. Erst eine komplizierte Fussverletzung, damals war Wolfgang Böhme Trainer und wir bestritten die Aufstiegsspiele, die ich erst nach einer langen Pause und mit Schmerzmittel absolvieren konnte, zwangen mich, etwas zu ändern. Ich konnte die schnellen Bewegungen vorne noch nicht machen und so zwang mich mein Fuss, vermehrt in der Defensive zu agieren. Danach wurde ich offensiv zum Allrounder. Beim TV Möhlin bin ich nun schon auf jeder Position aufgelaufen. Als Michael Schröder ausgefallen ist und dann auch wegging, habe ich gar noch die Kreisperspektive übernehmen dürfen». Und fügt schmunzelnd bei: «Einzig als Torhüter hatte ich das Glück, dass ich mich lediglich unter Adi Amsler einmal im Training zwischen die Pfosten stellen musste»!
Zoltan Cordas nennt dich auch mal «Müller».
Trainer Zoltan Cordas ist bekannt für seine kantigen Worte, er nennt Maurice Meier auch mal «Müller» in Anspielung auf den Thomas Müller, welcher für Bayern München spielt und optisch einem Vergleich mit Maurice durchaus standhält. «Unser» Maurice meint dazu: » Das mit Müller höre ich nicht zum ersten Mal. Schon öfters wurde ich mit ihm verwechselt oder ich bekam zu Ohren, hey da vorne sitzt der Thomas Müller! Auch durch meinen Namen Meier, der wie Müller einer der häufigsten Namen in Deutschland ist, werde ich oft mit Müller angesprochen. Daher bin ich das gewöhnt. Ich persönlich finde optisch keine grosse Ähnlichkeit zu dem Fussballer, und finde den Vergleich zu ihm eher unpassend, immerhin war ich vor ihm auf der Welt»! Maurice findet den Vergleich also nicht so toll. Und als sportliches Vorbild geht er bei ihm auch nicht durch. Zwar gefällt ihm, dass Müller trotz nicht bester Technik durch seine kämpferische Einstellung überzeugen kann. «Ohne diese Einstellung kann es auch das grösste Talent nicht weit bringen. Er ist also vielleicht ein Vorbild in Sachen Fleiss», meint Maurice. Auf die Frage nach anderen Vorbildern sagt Maurice Meier: «Ich habe kein wirkliches Idol, aber ich nenne mal den Michael Jordan. Der Basketballspieler wurde früher als talentlos verschrien. Erst als er zu seinem Trainer sagte: « Trainer lass mich erst wieder aus der Halle gehen, wenn ich heute besser war als gestern! Danach wurde er irgendwann zum bestbezahlten Sportler aller Zeiten».
Wie bringst du Training, Beruf und Erholung unter einen Hut?
„Wie ich alles unter einen Hut bekomme, weiss ich ehrlich gesagt auch nicht. Oft höre ich von Bekannten oder Freunden, dass ich zu viel mache. Ich denke aber, das ist alles eine Sache der Gewöhnung. Klar, man muss auf das Eine oder Andere mal verzichten, aber wenn du dann vor einer vollen Zuschauerkulisse im Steinli spielen darfst, dann weisst du, wofür man das macht. Ich glaube, von aussen kann man das schwer beurteilen und gleichzeitig auch gar nicht richtig erklären. Ich finde, dass ich trotzdem genug Freizeit habe und auch noch Zeit für andere Dinge.
Tortur für den Körper?
Maurice Meier arbeitet als Physiotherapeut im sole uno/ Parkresort in Rheinfelden. Er ist also auch von Berufes wegen mit körperlichen Defiziten oder Problemen vertraut. «Das mit dem Körper ist sicher eine spannende Frage. Ich denke Schmerzen oder muskuläre Beschwerden gehören im Handball einfach dazu-wenigstens bei mir. So gab es auch schon Momente, wo ich morgens aufgestanden bin und gedacht habe, das wird unmöglich sein, heute Abend zu spielen. Doch dann gehst du halt aufs Feld, sogar auch mal mit einem gerissenen Band. Auch wenn der Handball bestimmt nicht die beste Therapie ist, so kann ich als Physiotherapeut vielleicht doch noch den einen oder anderen Trick anwenden».
Parallelen zum Beruf!
Fachmann und Sportler Maurice Meier ist tagtäglich mit «dem Schmerz» in irgendeiner Form konfrontiert und hat sich darüber folgende Gedanken gemacht: «In meinem Berufsalltag spielt Schmerz ja die bedeutendste Rolle. Schmerz wird in der Regel als negativ eingestuft und verleitet uns Menschen sehr oft dazu, nichts (mehr) zu machen. Schmerz sollten wir aber eher als positives Zeichen sehen, da sich Schmerz im Kopf abspielt und für unseren Körper eine wichtige Warnfunktion darstellt. Er gibt uns den Anstoss etwas zu ändern und anders zu machen. Manchmal muss man aber auch einmal «durchbeissen» um den Schmerz überwinden zu können. Mit dieser Warnfunktion geht es also darum, richtig umzugehen: Nicht überwiegend nichts tun, sondern Bewegung ist das A und O um den Schmerz zu bekämpfen. Natürlich würde ich meinen Patienten nicht gerade Handball spielen empfehlen.-Mir persönlich gelingt es im Handballspiel, auch durch das Glückshormon wie z.B. Endorphine, das eine oder andere Wehwehchen auszublenden. So ist nach dem Spiel (oder Training) ein Wehwehchen auch mal verschwunden. Nach einem Sieg sowieso ;)».
Und sinniert abschliessend weiter: «Ich denke auch ein wichtiger Aspekt in der Physiotherapie ist das soziale Verhältnis. Genauso wie im Verein bei uns. Im kompletten aktuellen Team herrscht eine tolle Harmonie, wie ich sie in der Zeit, wo ich in Möhlin gespielt habe, so noch nicht verspürt habe».
Es ist ein bekennendes Schlusswort von Maurice Meier; dabei gebührt umgekehrt gerade ihm ein grosses Dankeschön für seine bereits achte Saison beim TV Möhlin!
«Lieber Maurice: Danke für deine Treue, dein loyales und hilfsbereites Wesen und für deinen unermüdlichen Einsatzwillen in der Defensive! Deine positive bescheidene Einstellung auch in schwierigen Situationen ist vorbildlich und trägt viel zu eurem guten Teamspirit bei»!
Für den TV Möhlin, Christine Steck