Jetzt heisst es Abschiednehmen!

Urs Hungerbühler beendete sein Praxistätigkeit als Facharzt für Innere Medizin in Möhlin auf Ende September 2017. Mehr als 25 Jahre hat er im Dorf an der Bahnhofstrasse 1 praktiziert und nebenbei auch beim TV Möhlin ehrenamtlich als Vereinsarzt gewirkt. Jetzt ist Schluss. Urs Hungerbühler will sich mit 61 Jahren vom Berufsleben zurückziehen und seine Zeit unter anderem für seine ihm liebgewordenen Hobbies (Naturfotografie und Reisen) nutzen.

Wie alles beim TV Möhlin begann

Ruedi Hasler (damals im Vorstand) erzählt von den Anfangszeiten: «Nach dem damaligen Rücktritt des Mannschaftsarztes H.Eckstein, hatte der TVM diesbezüglich eine Lücke, welche unbedingt geschlossen werden musste. Die Spieler brauchten einen Arzt, der für sie jeweils nach dem Wochenende bereits am Montag, d.h. ohne lange Wartezeiten, zur Verfügung stand und allfällige Verletzungen rasch behandelte oder sie an einen Spezialisten weiter vermitteln konnte. Zudem musste der Mediziner eine gewisse Affinität zum Handballsport mitbringen». Weiter erklärt Hasler: «Der erste Kontakt mit Urs lief über mich, anschliessend haben die seinerzeitigen Verantwortlichen des TVM, Jacques Müller und Werner Soland, die gesamte Zusammenarbeit konkretisiert. Urs identifizierte sich sehr mit dem TV Möhlin und vor allem mit der ersten Mannschaft. An den Spielen des Eins war er ein äusserst engagierter Zuschauer, der sich wegen streitigen Schiedsrichterentscheiden immer mal wieder nerven konnte». Und betont: «Da war er nicht mehr Mannschaftsarzt, sondern leidenschaftlicher Fan»! Urs Hungerbühler selber ergänzt, dass er damals neu nach Möhlin gezogen war und durch die vernetzte Turnergemeinde schnell in der Bevölkerung aufgenommen wurde. Fortan war er, der ehemalige Handballspieler (TV Birsfelden, 2.Liga) zusammen mit seiner Frau Verena, welche ihn als gelernte Krankenschwester auch in der Praxis unterstützte, praktisch an jedem Heimspiel im Steinli zu Gast. «Hungi» wie er im Freundeskreis genannt wird, übernahm die Rolle des Ansprechpartners bei medizinischen Problemen oder leistete Erste Hilfe vor Ort in der Halle.

Die Verletzungen ähnelten sich

Handball ist ein körperbetonter Sport, athletische und schnelle Bewegungen in Kombination mit Ausdauer und Antrittsschnelligkeit kennzeichnen ihn. Deshalb waren und sind die häufigsten Verletzungen: Riss der Kreuzbänder, Seitenbänder oder Verletzungen am Meniskus, aber auch Prellungen, Verstauchungen und Knochenbrüche zählen dazu. Oft hat Hungerbühler, assistiert von seiner Frau, währenddem der Handball-Match weiter ging, in einem Nebenraum Wunden versorgt und ab und zu auch genäht. Die medizinische Unterstützung hat sich im Laufe seiner Tätigkeit verändert. Verletzte Spieler würden seit den letzten Jahren vermehrt direkt ihren eigenen Vertrauensarzt aufsuchen und sich von ihm behandeln lassen. Trotzdem ist ein präsenter Arzt in der Halle wichtig, denn er kann kompetente Nothilfe leisten und die weiteren Abläufe koordinieren.

Micha Bojovic und Co

Während seiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Arzt hat Urs Hungerbühler viele Handballer beim TV Möhlin kommen und gehen sehen. Zu vielen hat er freundschaftliche Verbindungen gepflegt und pflegt sie noch heute. Der Kontakt zu den Spielern bedeutete und bedeutet ihm viel. Er betont: «Die Mannschaft ist für mich wie eine grosse Familie gewesen». Auf einer Fotoaufnahme, welche den Sieg des NLB-Meistertitel im Jahre 1997/98 mit der Mannschaft festhält, erinnert er sich denn auch noch an fast alle Spielernamen. Micha Bojovic zum Beispiel, der heute in Celje in Slowenien lebt, gehört dazu, er war lange Jahre Spieler und Trainer in Möhlin. Der Kontakt zu ihm in die Ferne besteht immer noch. Weiter berichtet Hungerbühler über den Pechvogel Marc Droll, welcher durch seine unverwechselbare offensive und direkte Spielweise mit Abstand häufigster Gast in der Praxis gewesen sei. Droll trainiert heute übrigens die Möhliner MU15-Inter Junioren, zusammen mit Daniele Cafasso, welcher ebenfalls auf der alten Aufnahme zu sehen ist.

Die Liste der Handballer ist lang-ein Weggefährte erinnert sich

Paul Hürbin war seit 1994 quasi an der Seite von Urs Hungerbühler, damals als technischer Leiter. Hürbin erinnert sich gut an Spielerpersönlichkeiten von damals: Tschötschi (Reto Hürbin), Marc Droll, Daniele Cafasso, Giampi (Gianpaolo Di Matteo) oder André Waldmeier zum Beispiel. 1995 stiess Christer Ahlberg aus Finnland dazu und ein Jahr später war es Arne Senstad aus Norwegen. In der Saison 1997/1998 ergänzte Nico Douroklakis aus Griechenland den TVM. Paul Hürbin erzählt darüber: «Hungi, Micha und ich feierten in dieser Saison mit der Mannschaft den Nat. B Schweizermeister (war damals offizieller Titel) und zuvor einige Schweizer Cup-Siege (1993 in Baden gegen NLA-Gegner GC Zürich). Ein Jahr später waren Michi Vogel, Daniel Radulovic, Adrian Amsler oder Ernst Urich auf der Promiliste des TV. Und 2001 stand erstmals ein Ausländer im Tor: Michael Galia. Gleichzeitig zog sich danach Micha Bojovic vom Spielbetrieb zurück und sagte adieu! Die Spielernamen, welche Hungerbühler danach «beschäftigten» lauteten: Gregy Soder, Matthias Saladin, Sandro Soder, Bo Zeqaj, Thomas und Peter Kern. Und zuletzt spielte da natürlich unser herausragender Marcus Hock». Paul Hürbin hätte noch viel zu erzählen, die Spielerliste ist definitiv länger. An dieser Stelle dankt Hürbin für dessen medizinischen Einsätze, die Bereitschaft, die verletzten Handballer am Montag danach in der Praxis umgehend zu behandeln. Es sei eine spannende Reise mit Urs, dem Arzt und Menschen, über einen beachtlichen Zeitraum hinweg gewesen. Viele Leute hätten sie in dieser Zeit kennengelernt und einige davon dürften sie immer noch zu ihrem Freundeskreis zählen (nicht nur Micha Bojovic). Hürbin betont zum Abschluss, der Dank schliesse in diesem Zusammenhang auch verdiente Kräfte und loyale Kollegen von Urs Hungerbühler mit ein: Ruedi Hasler, Werni Soland, Maya und Max Soder, Susi Hürbin, Beat Wirthlin, Guido Wirthlin, Heinz Soder, Robert Soder, Markus Wirthlin und Tschötschi.

Auch der TV Möhlin dankt «Hungi» für sein langjähriges Wirken, seine medizinische Unterstützung und seine freundschaftliche Treue zum Verein und seinen Mitstreitern.

Am 14.Oktober 2017 wird Urs Hungerbühler, anlässlich der Heimpartie gegen Steffisburg, als Vereinsarzt im Steinli verabschiedet.

Für den TV Möhlin, Christine Steck

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