Im Fokus: Luca Halmagyi-Abwehrspezialist und mehr!

Halmagyi spielt seit Mitte dieses Jahres Handball beim TV Möhlin. Der 1.96m grosse gebürtige Rumäne ist für die Position des Rückraums vorgesehen, hilft aber auch am Kreis. 1987 geboren, lautet sein offizieller Name: Filip Andy Luchian Halmagyi, aber im Freundeskreis wird der sympathische Ballsportler Luca gerufen. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

Auf dem Matchblatt werden deine Namen oft willkürlich ausgewählt, einmal heisst du Filip oder dann Andy. Kannst du uns darüber aufklären und mehr über deine Herkunft erzählen?
Halmagyi meint dazu: «Ich habe immer wieder Probleme mit meinem Namen, weil er so lang ist. Ich heisse Andy wegen meinem Vater und meine Mutter wollte noch einen Namen dazu, nämlich Luca, das ist die Kürzung von «Luchian». Klein-Luca ist in Baia-Mare im Nordwesten Rumäniens, als jüngstes Kind zur Welt gekommen. Mit dem Handball kam er früh in Berührung, denn sein Papa war damals Profi-Handballer und spielte in der ersten Liga von Rumänien. Auch seine Geschwister verschrieben sich dieser Ballsportart und so verbrachte Luca-wie er sagt-fast seine gesamte Kindheit in der Halle. Er erzählt: «Ich war dreizehn Jahre alt, als ich mich entschieden habe, richtig mit Handball anzufangen. Zwei Jahre später trainierte ich bereits mit der ersten Mannschaft der Stadt, welche in der ersten Liga Rumäniens vertreten war. Das war eine ganz besondere Zeit für mich, weil fast alle älteren Kollegen waren Spieler in der Nationalmannschaft und ich lernte ganz viel! Ich begriff, dass Handball viele schöne Momente bescherte, aber dahinter steckten auch ganz harte Trainingseinheiten, manchmal Rückschläge und Enttäuschungen, aber gleichzeitig spürte ich auch den Wunsch, nach jedem Spiel wieder von vorne zu beginnen».

Werdegang
Im Alter von erst achtzehn Jahren wechselte Luca Halmagyi zu AEK Athen in die erste Liga von Griechenland. Nach einer Saison kam er wieder zurück nach Rumänien und spielte dort bei U Cluj-Napoca, Minaur Baia Mare. 2010 hatte das mittlerweile 23-jährige Jungtalent Gelegenheit mit dem Handball in Deutschland in Kontakt zu kommen und zwar mit einer ehemaligen Bundesliga Mannschaft, die damals von Jürgen Brandstaeter trainiert wurde. Zuletzt spielte Luca Halmagyi für den TV Willstätt in der Oberliga.

Kontakt zum TV Möhlin
Und so kam auch der Kontakt zum TV Möhlin durch den aktuellen Trainer Jürgen Brandstaeter zustande. Halmagyi hatte nicht wirklich viele Informationen über den Fricktaler Handballclub, aber er erinnerte sich an ein Freundschaftsspiel, das schon zwei Jahre zurückliegt. Nun pendeln beide jeweils für die Trainings von Willstaett (liegt etwa 12 km östlich von Strassburg und gehört zum Regierungsbezirk Freiburg) nach Möhlin und zurück. Sie haben folglich Zeit, sich während den langen Autofahrten über gemeinsame Themen wie der Sport, Autos oder auch Alltägliches zu diskutieren. Die je 130km lange Hin- und Rückfahrt vergehe so doch relativ kurzweilig, meint Luca dazu.

Und was fasziniert dich am Handballsport nach wie vor?
«Ich spiele gern Handball, weil es meiner Meinung nach ein komplexer Sport mit Körperkontakt ist, weil es ein Ballspiel ist, das eine gute Technik und einen klaren Verstand erfordert und man muss gute Entscheidungen treffen, auch wenn sich Ermüdung und körperliche Erschöpfung bemerkbar machen. Am liebsten mag ich Handball, wenn wir das Spiel gewinnen und wir also nicht umsonst trainiert haben»! Und ergänzt: «Was mich ärgert, ist der Moment nach einer Niederlage, besonders am nächsten Tag, wenn ich erwache und ich mir überlege, was ich hätte besser machen können um zu gewinnen».

Was sagst du zu deinem neuen Verein?
«Hier habe ich eine grosse Familie gefunden. Es spielen ambitionierte Teams, von NLB bis in die Breite und von gross bis klein und es gibt viele Fans. Ich bin froh, dass wir bei jedem Spiel so viele Zuschauer haben, die uns bis zur 60. Minute unterstützen». Luca Halmagyi scheint also an seinem neuen Wirkungsort angekommen zu sein. Über sein Privatleben erzählt Halmagyi abschliessend, dass er mit einer «wunderwunderschönen» Rumänin verheiratet ist-kennengelernt hat sich das Paar in Deutschland- und sich beruflich mit Textildruck beschäftigt. Wenn er nebst allem noch Zeit hat, übt er gern Outdoor-Aktivitäten aus oder spielt X-Box.

Luca «live» im Heimspiel gegen Biel vom 12. Oktober:
An jenem Freitagabend bestritt Luca Halmagyi seine sechste Partie in den Farben des TV Möhlin. Halmagyi, der die Nummer zwei auf seinem Spielertrikot trägt, rackerte am Kreis, rechts von Defensiv-Kollege Maurice Meier. Seite an Seite bildeten die beiden den Innenblock und trugen massgeblich zum späteren Heimsieg bei. Bereits in den Startminuten gelangen Halmagyi zwei Steals. Nach dem zweiten Ballgewinn passte Luca das Leder zum sprintenden Flügelspieler, welcher das fünfte Tor zum 5:4 erzielte. Meistens greift der zwei Meter grosse Handballer nur in der Abwehr ins Spielgeschehen ein, fällt aber der Kreisläufer aus, ersetzt Halmagyi diese Position. So geschehen auch gegen Biel: Maurice Meier weilte strafbedingt auf der Bank und Halmagyi übernahm dessen Part im Angriff. Nach angezeigtem Zeitspiel und gedeckten Mitspielern, entschied sich Halmagyi, der in Ballbesitz war, gleich selbst abzuschliessen. Zuerst zögerte er noch, überraschte aber danach Biels Goalie mit einem satten Wurf zum 12:8!
In der zweiten Halbzeit ballerte sich Möhlin mit 20:11 nach vorne und das nach bereits fünf Minuten. In der Defensive lief es hervorragend, auch weil sich Halmagyi nicht scheute ins Eins gegen Eins zu gehen. Zudem brillierte er danach erneut in der Offensive zum 23:13 für Möhlin. Und wenig später lieferte er gar seinen dritten persönlichen Treffer zum 27:17: ein Hammerschuss aus der Laufbewegung. Die Zuschauerreihen waren begeistert und bejubelten die Aktion lautstark. Halmagyi erhielt nach dem Abpfiff, die vom Verein initiierte Auszeichnung «Best Player» und hat wohl an jenem Oktober-Freitag endgültig die Gunst der Möhliner Fans erobert.

«Lieber Luca, vielen Dank für deine Ausführungen! Wir wünschen dir weiterhin alles Gute und eine erfolgreiche Saison beim TV Möhlin»!

Für den TV Möhlin, Christine Steck

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