Halbzeit in der Hauptrunde 2018/2019!

Mitte Dezember bestritt der TV Möhlin sein letztes Hinspiel. Der dreizehnte Gegner, der TV Birsfelden, bescherte dem Team von Jürgen Brandstaeter den achten Sieg; ein schönes Weihnachtsgeschenk! Möhlin kann nach diesem Erfolg auf dem dritten Tabellenrang verbleiben und mental gestärkt in die Winterpause gehen.

Dabei war der Match alles andere als friedlich und besinnlich, so wie die kommende Weihnachtszeit verspricht. Die Birsfelder kamen ins Steinli um zu kämpfen. Die Baselbieter wollten gewinnen und ihre Negativserie, zuletzt gegen starke Gegner wie Solothurn, Schaffhausen oder die Lakers, beenden. Vor mehr als 450 Zuschauern, darunter auch Wolfgang Böhme (Ex-DDR-National-Handballer), welcher schon beide Vereine gecoacht hat, ging es bald hitzig und brachial zu und her. Zwar erspielten sich die Gastgeber nach fünf Minuten eine komfortable 4:1-Führung, aber Birsfelden war schnell auf den Beinen und hielt das Tempo weiterhin hoch. Jedoch die jungen Gäste machten Fehler und die Möhliner liessen den Ball, einmal in Besitz, blitzschnell Richtung Gästetor laufen. Die Tempogegenstösse endeten mit sehenswerten Treffern und ernteten viel Applaus von den Rängen. Der Pausenstand lautete 16:10.

Die Vorzeichen standen also gut. Doch dem aufmerksamen Zuschauer dürfte nicht entgangen sein, dass die Birsfelder unter Trainer Brahim Ighirri, alles versuchen würden um den Hausherren noch ein Bein zu stellen. Und tatsächlich blieb es auf dem Feld spannend. Zwar gaben die Möhliner ihre Führung nicht aus den Händen, aber sie mussten hart dafür arbeiten. Elf Zeitstrafen machten sich doch bemerkbar, verlangten viel Konzentration und Improvisation, dort wo ein Mann fehlte und die Lücke in der Defensive zusätzlich verbarrikadiert werden musste. Doch das Team wuchs in dieser Phase zusammen. Es ging dramatisch weiter, als Yannik Lang die Rote Karte wegen Greifen in den Wurfarm bekam und frühzeitig vom Platz musste. An seiner Stelle wechselte Sandro Caminada ein und er übernahm sofort Verantwortung. Sein vierter Treffer in der NLB zum 28:20 (49.) von der Flügelposition, lässt auf mehr hoffen. Mit Jonathan Ulmer reüssierte zudem auch der Flügel auf der anderen Seite: Sechs Treffer verzeichnet der Neuzugang bis jetzt. Im Verlauf der Schlussphase nahm der TV Möhlin auch die letzte Hürde, als Birsfelden offensiv verteidigte und das Angriffsspiel des Gastgebers stören wollte. Jürgen Brandstaeter gab noch dem eigenen Nachwuchs wie Lukas Christen oder Xavier Franceschi eine Chance sich auf NLB-Niveau zu beweisen. Rückraumspieler Christen warf zwar kein Tor, bewegte sich aber immer aufmerksam und antizipiert. Xavier Franceschi bescherte dem Publikum noch eine Schrecksekunde, als er Birsfeldens Mads Boie Thomsen aus der Luft holte und nicht ganz klar war, ob dieser sich fallen liess oder mit Gewalt herunter gezerrt wurde. Franceschi wird übrigens das Team bald «verlassen» und die Rekrutenschule besuchen.

Die Partie gegen Birsfelden endete mit einem klaren Sieg und festigt damit den dritten Tabellenrang in der NLB mit 19 Punkten auf dem Konto der Fricktaler. Klar in Front liegt das ungeschlagene Endingen (26 Punkte), Platz zwei halten die Lakers aus Stäfa mit 24 Zählern. Nach Möhlin kommen die Verfolger Kadetten (17), Stans (15) und Baden (13), sowie Solothurn (13). Danach in regelmässigen Abständen Birsfelden (11), Wädenswil (9), Steffisburg (9), Biel (8), Pfadi Winterthur (7). Das Schlusslicht bilden Altdorf (6) auf Rang 13 und Emmen (5) auf Rang 14.

Kompliment an die Mannschaft
Rückblickend fielen erste Einschätzungen von Sportchef Guido Wirthlin über das neue Team nüchtern und bescheiden aus. Nach den Abgängen vom Trainergespann Zoltan Cordas und Martin Pauli, sowie den Spielern Oliver Mauron (Flügel), Karlo Ladan (Kreis), Florian Doormann (Rückraum), Tin Tokic (Defensive) und Simon Trüssel (Flügel), drohte auf allen Positionen ein Vakuum, das zuerst kompensiert werden musste. Deswegen kommunizierte Wirthlin, dass der TV Möhlin bestrebt sei, den Ligaerhalt im Mittelfeld zu sichern. Mit einem Augenzwinkern wies er auf die Möglichkeit hin, dass die Verletzungsgefahr auch immer eine Rolle im Mannschaftsgefüge spiele. Nun haben sich die Männer unter Trainer Jürgen Brandstaeter stolze 19 Punkte auf das Konto erarbeitet. Das ist doch mehr, als man zu wagen gehofft hatte. Wirthlin zeigt sich dementsprechend mit der erbrachten Leistung der Mannschaft sehr zufrieden. Für ihn ist bspw. das Trainingslager in Willstätt im Sommer richtungsweisend gewesen und dass es bis jetzt keine gravierenden, verletzungsbedingten Ausfälle gegeben hat. Zudem nutzten die Spieler die Freiheiten auf dem Feld kreativ, aber mit Unterstützung des neuen deutschen Trainers. Wirthlin erklärt weiter, dass die Stimmung im Team sehr gut sei und jeder Verantwortung übernehme, so Yannik Lang zum Beispiel, welcher noch zwei Saisons in der U19 spielen könne oder Nicolas Bamert im Tor. Beide haben mit ihren Leistungen den einen oder anderen Punkt gesichert. Über den Trainings- und Spielalltag hinaus engagiert sich die erste Mannschaft auch im Verein (Juniorentrainings, Organisation Skiweekend, Mini-Spieltag etc.). Diese hilfsbereite Geste schätzt nicht nur der Vorstand ganz besonders, sondern macht auch Freude bei den jüngsten Handballerinnen und Handballern.

Ausblick und Wünsche fürs neue Jahr 2019
Guido Wirthlin erklärt: «Die Rückrunde beginnt mit zwei schwierigen Auswärtsspielen gegen Steffisburg und danach gegen Stans (26.01. / 02.02.), wo wir versuchen müssen, Punkte zu holen. Die Liga ist in der NLB sehr ausgeglichen, weshalb jeder gegen jeden gewinnen kann. Da spielen die Tagesform, die Heimstärke oder die Verletztenquote extrem in die Karten», führt Wirthlin weiter aus. Letztes Szenario traf vor einem Jahr zu, als sich Manuel Csebits im Dezember gegen Stans einen Kreuzbandriss zuzog und der Mannschaft für die gesamte Rückrunde fehlte. Csebits hat sich unterdessen langsam an die Belastungen auf dem Feld herantasten können und bereits tolle Akzente mit entschlossenen Hammer-Würfen setzen können. Und aktuell ist keiner der Spieler angeschlagen oder längerfristig verletzt.

Das Schlusswort übernimmt Sebastian Kaiser, Rückraumspezialist und Captain des TV Möhlin: «Ich wünsche dem ganzen Verein eine erholsame Weihnachtszeit und einen super Rutsch ins neue Jahr»! Der wirblige Rückraumkämpfer fügt hinzu: «Das ganze Team ist unglaublich froh über die riesige Unterstützung, welche wir von den Fans, Helfern und Sponsoren erhalten. Nicht viele Vereine können auf ein so familiäres Verhältnis blicken und jeder einzelne trägt einen wichtigen Teil dazu bei. Wir können auf ein tolles 2018 zurückblicken und im 2019 weiter darauf aufbauen. Ich wünsche mir, dass sich der Verein weiterhin so weiterentwickelt und wir noch viele Erfolge gemeinsam erleben dürfen»!

Für den TV Möhlin, Christine Steck

Nächstes Spiel:
Sa. 26.01.2019, 17:00 Uhr
TV Steffisburg - TV Möhlin
Steffisburg, Musterplatz

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