Jürgen Spalinger

Gut sechs Wochen sind seit dem Lockdown vergangen und ist es her, seit die Handball-Saison von einem Tag auf den andern abgebrochen wurde. Auch unser nächster charismatischer Gast leidet unter dieser Situation. Seine Passion am Mikrofon und inmitten spannungsgeladener Handballspiele kann er momentan nicht ausüben.

1. Kannst du dich mit ein paar Worten vorstellen?
Ich bin der Jürgen Spalinger und wohne seit 1992 in Möhlin. Aufgewachsen bin ich in Solothurn. Ich bin also ein «Zugezogener». Trotzdem fühle ich mich in der Zwischenzeit als Möhlner. Ich war lange in der Feuerwehr Möhlin aktiv und auch acht Jahre Präsident des Wassersport-Club Möhlin. Es gefällt mir hier sehr gut und ich habe hier wirklich viele gute Menschen kennen und schätzen gelernt.

2. Wie lange spielst du schon Handball, übst eine Funktion im Verein aus oder bist sonst mit dem Verein verbunden?
Selber habe ich nie aktiv Handball gespielt. Diese Sportart hat mich aber schon immer fasziniert. Ausgebrochen ist aber das Virus definitiv in Möhlin. Ich war an den Spielen immer als Zuschauer in der Halle. Eines Tages war dann kein Speaker mehr da und der Paul Hürbin hat mich aufgefordert ans Mikrofon zu gehen. Das war dann für mich schon eine spezielle Herausforderung, da ich dies noch nie gemacht habe. In der Zwischenzeit sind bereits 15 Saisons vergangen. Die Spielzeit 2020/2021 wird dann meine 16.Saison sein.

3. Wie verbringst du die Tage seit Beginn der Coronavirus-Krise?
Das war eine ganz verrückte Zeit. Ich bin beruflich Verkaufsleiter bei Valora Schweiz AG. Wir betreiben kkioske, avec Shops und Tamoil-Tankstellen. Da gab es sehr viel zu tun. Ich musste schauen, dass die Risiko-Gruppen zu Hause bleiben und das Personal in den Verkaufsstellen musste geschützt werden. Das heisst Plexi-Scheiben, Desinfektionsmittel, Handschuhe, Absperrungen etc. organisieren und in den Verkaufsstellen platzieren. Einige Verkaufsstellen musste ich auch vorübergehend schliessen, da der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich war.-Ein grosses Kompliment an all meine Mitarbeiter und Partner. Diese Krise hat uns auch näher zusammen gebracht. Ich bin sehr stolz auf alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

4. Was möchtest du an Gedanken, Ratschlägen oder einfach eine Lebensweisheit in diesem Zusammenhang weitergeben?
Jede Krise hat auch seine guten Seiten. Als Familie sind meine Frau und meine Tochter uns wieder näher gekommen. Wir hatten Zeit uns zusammen zu beschäftigen. Wir waren zuhause und haben geminsam Spiele gemacht, haben gemeinsam gekocht und hatten einfach Zeit für uns. Wir konnten uns als Familie austauschen, das war und ist toll.

5. Was sind deine Leidenschaften neben dem Handball?
Ich koche, grilliere sehr gerne. Alles was mit Lebensmittel und deren Zubereitung zu tun hat, fasziniert mich. Zum Teil zum Leidwesen meiner Frau, da es ja für alles eine geeignete Maschine gibt und die muss ich haben.

6. Was sind deine schönsten Erinnerungen an deine Karriere?
Da gibt es sehr viele ganz tolle Erinnerungen: Mit dem TV Möhlin viele Cup-Spiele, an denen wir oberklassige Vereine raus schmeissen konnten oder gegen Wacker Thun oder die Kadetten Schaffhausen wirklich tolle Spiele abliefern konnten. Bei Wacker Thun in der NLA bin ich regelmässig im Einsatz als Speaker und auch andere Vereine aus der NLA oder SPL1 fragen mich immer wieder an. Und wenn es passt, gehe ich auch da hin.
Es hat mich natürlich auch gefreut, dass ich international tätig sein darf. Die Spiele mit der Nationalmannschaft machen mir immer wieder Freude. Die wichtigsten Turniere in der Schweiz, wie der Yellow Cup oder die Airport Trophy zählen auf mich. Ausserdem habe ich nächste Saison Premiere in der 1.Bundesliga in Deutschland...dazu aber später mehr, wenn es definitiv wird.

7. Was sind deine Pläne im Sport/Arbeit bis 2021?
Sportlich hoffe ich, dass wir beim TVM die entstandenen Lücken schliessen können und wir weiterhin ein Spitzenteam in der NLB sind.
Ich bedanke mich an dieser Stelle bei den Vereinsverantwortlichen vom TV Möhlin, die machen einen Super-Job!!!

8. Auf was freust du dich am meisten nach der Krise?
Ich warte sehnsüchtig auf die Zeit, wo wir im Steinli wieder Handball spielen und gemeinsam wieder normal miteinander umgehen dürfen. Mir fehlt der zwischenmenschliche Kontakt sehr. Die Distanz tut mir nicht gut: Das «Knuddeln» fehlt mir. Aber das wird wieder kommen. Und bis dann: «Bleibt zuhause und haltet Abstand»!

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