26.04.2020
Luca Zamuner
Luca (MU 19 Elite-Spieler) ist das dritte von vier handballbegeisterten Kindern. Vater Claudio arbeitet in der technischen Kommission mit und erstellt unter anderem die Hallen-Spielpläne für alle aktiven Teams. Mutter Susanna unterstützt ihre Familie und den Handballsport, wäscht nicht selten Spielertrikots oder hilft im Verein, wo immer es fleissige Hände braucht.
1. Kannst du dich mit ein paar Worten vorstellen?
Ich bin Luca und wohne schon seit meiner Geburt, also seit 17 Jahren in Möhlin.
2. Wie lange spielst du schon Handball, übst eine Funktion im Verein aus oder bist sonst mit dem Verein verbunden?
Ich spiele seit fast 11 Jahren beim TV Möhlin Handball und seit 2 Jahren bin ich auch Trainer bei der U11.
3. Wie verbringst du die Tage seit Beginn der Coronavirus-Krise?
Ich bin momentan hauptsächlich Zuhause. Einen Teil des Tages verbringe ich mit dem Erledigen von Schulaufträgen (Gym). Dies frisst aber nicht all zu viel Zeit. Ich schaue oft Serien auf Netflix oder game mit meinen Team-Kameraden vom TVM auf der Playstation. Wenn ich mal nicht vor dem Bildschirm sitze, spiele ich Pingpong, lese oder meditiere auch gern. Momentan bereite ich mich aber auch auf den Trainingsanfang vor: Mehrmals pro Woche Krafttraining, ein bisschen Koordination und ein bisschen Kondition. Diese Vorbereitung soll mir beim Trainingsstart einen Vorteil verschaffen. Es ist für mich aber auch gleichzeitig ein wichtiger Ersatz für das nicht-stattfindende Handballtraining. Würde ich nichts machen, würde mir am Ende des Tages etwas fehlen. Ich brauch das Training und den resultierenden körperlichen Fortschritt für mein Wohlbefinden. Es schläft sich einfach besser mit dem Gewissen, dass man etwas geleistet hat.
4. Was möchtest du an Gedanken, Ratschlägen oder einfach eine Lebensweisheit in diesem Zusammenhang weitergeben?
Ich denke momentan ist eine Zeit für Chancen in vielerlei Hinsichten. Viele Sachen wie Trainings, Ausgang und Ausflüge finden momentan nicht statt. Das Leben ist ein bisschen auf den Kopf gestellt. Wir haben eine völlig neue Situation und genau das kann eine Grundlage für Neues sein. Man kann zum Beispiel anfangen auf Alkohol zu verzichten, wenn man das schon lange will, aber nie geschafft hat. Im Moment gibt es keine Partys, somit besteht am Wochenende weniger Reiz zu trinken. Wenn man also jetzt anfängt, auf Alkohol zu verzichten, fällt es einem vielleicht leichter und man schafft es eher. Oder vielleicht wollte man sich schon lange mal mit gesunder Ernährung beschäftigen. Man kann sich auch überlegen, womit man die Beziehung zum Partner vertiefen könnte. Das gleiche mit Freunden oder der ganzen Familie. Vielleicht schaut man mal zusammen eine Dokumentation über den Geist des Menschen, oder das Weltall und diskutiert anschliessend darüber. Man kann aber auch die Beziehung zu sich selber vertiefen, sich besser kennenlernen. Man könnte anfangen zu meditieren und ein Buch lesen. Man könnte anfangen, sich jeden Tag vor dem Schlaf Gedanken machen, was einen heute erfreut hat oder was einen weniger erfreut hat. Man könnte so vieles angehen, was einen weiterkommen und wohl fühlen lässt.
Ich fände es schön, wenn viele diese Chance sehen und nützen würden. Sich einfach mal hinsetzen und Gedanken über sein Leben machen, über das was man will und auch über das, wovon man gar nicht wusste, dass man es will. Sich Gedanken machen, welche Möglichkeiten die momentanige Situation für einen selbst bietet und wie man diese nutzen könnte.- Man kann die aktuelle Situation nutzen, um sich mit seinem Leben und Bedürfnissen auseinanderzusetzen und so etwas Neues entwickeln zu lassen oder etwas zu vertiefen. Vielleicht entwickelt sich etwas, das später ein wichtiger Teil von einem wird.
5. Was sind deine Leidenschaften neben dem Handball?
Ich spiele allerlei sonstige Sportarten mit viel Freude und ich tu leidenschaftlich gerne über philosophische und wissenschaftliche Themen disskutieren und denken.
6. Was sind deine schönsten Erinnerungen an deine Karriere?
Am schönsten fand ich bis jetzt die Pfingstlager des TV. Das war eine richtig schöne Zeit, die ich mit meinen besten Freunden erleben durfte. Wir hatten eine Unterkunft im Wald mit einer grossen Wiese. Ein Wochenende voller Abenteuer für die Mannschaft.
7. Was sind deine Pläne im Sport/Arbeit bis 2021?
Mit der Voraussetzung, dass die Saison normal stattfindet, wäre es mein Ziel, jeweils mindestens einen Sieg gegen die HSG, gegen Suhr und gegen Gossau zu holen.
8. Auf was freust du dich am meisten nach der Krise?
Darauf, meine Freunde als grosse Gruppe wiederzusehen.